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Displays & Durchsagen: die ganze Backstage-Kommunikation aus dem Textbuch
Umbaupläne hinter der Bühne, Szeneninfos auf dem Monitor, Einrufe in der Garderobe: In vielen Häusern hängt das an einer Person mit Headset und Mikro, die während der Show ständig durchsagt. MDstage dreht das um. Jeder Bildschirm im Haus wird zur Anzeigefläche, und was darauf erscheint – als Text oder als gesprochene Ansage – hängt an den Cues im Textbuch. Eine einzige Person fährt die Show, und niemand muss mittendrin zum Mikro greifen.
Ein Bildschirm braucht nur einen Browser
Ein „Display“ ist in MDstage ein Ausgabegerät wie Licht oder Ton – nur dass die Ausgabe eine Webseite ist. Jedes Display bekommt eine eigene Adresse im lokalen Netz, etwa http://192.168.1.10:7590/buehne. Alles, was einen Browser hat, kann sie anzeigen: ein alter Monitor mit Mini-PC, ein Tablet in der Garderobe, ein Smart-TV im Foyer, ein Handy in der Maske. Keine App, keine Installation – nur die Adresse öffnen und im Vollbild laufen lassen.
Wer nicht jede einzelne Adresse tippen will, ruft einfach die nackte Adresse ohne Zusatz auf (http://192.168.1.10:7590). Dort listet MDstage alle eingerichteten Displays als anklickbare Übersicht auf – Bildschirm auswählen, fertig.
Umbauplan hinter der Bühne
Der klassische Fall: Nach Szene 3 kommt ein großer Umbau. Statt Zettel an der Gasse oder Zuruf aus der Regie hängst du den Umbauplan einfach an den Cue, der die Szene beendet.
cue_display:
- device: "Monitor Bühne"
markdown: |
# Umbau Szene 3 → 4
- Tisch **abbauen**
- Sofa nach **stage right**
- Prospekt „Wald" einfliegen
- Requisite: Koffer, Lampe
Sobald der Cue ausgelöst wird, steht der Plan groß und lesbar auf dem Monitor an der Gasse. Das Bühnenteam sieht auf einen Blick, was zu tun ist – jedes Mal identisch, auch bei der zwanzigsten Vorstellung, wenn die Routine schläfrig wird. Der Inhalt bleibt stehen, bis der nächste Cue etwas anderes anzeigt.
Einruf in der Garderobe – mit gesprochener Ansage
In der Garderobe schaut niemand permanent auf einen Bildschirm. Deshalb kann ein Cue zusätzlich zum Text eine gesprochene Ansage auslösen: ein kurzer Gong wie beim Pausengong im Theater, dann liest der Browser den Ansagetext laut vor.
cue_display:
- device: "Garderobe"
markdown: |
# ANNA → Bühne
Auftritt in ca. 2 Minuten
announce: "Anna bitte auf die Bühne, Auftritt in zwei Minuten"
Der Text erscheint auf dem Tablet in der Garderobe, und gleichzeitig ertönt die Ansage. Wer will, aktiviert pro Display die Wiederholung – dann spricht der Browser die Ansage, sagt „Ich wiederhole“ (in der eingestellten Sprache) und wiederholt sie. Die Stimme und die Sprache lassen sich pro Display wählen; jeder Client bietet nur Stimmen der passenden Sprache an.
Weil Browser Ton erst nach einer Nutzerinteraktion zulassen, prüft die Display-Seite beim Öffnen, ob Audio schon freigegeben ist. Ist es das nicht, erscheint einmalig ein Knopf „Ton aktivieren“ – ein Tipp darauf, und alle folgenden Ansagen kommen von selbst. Auf einem fest eingerichteten Kiosk, der Audio ohnehin erlaubt, taucht der Knopf gar nicht erst auf.
Ein Operator – und keine Live-Durchsagen mehr
Das ist der eigentliche Gewinn. All diese Anzeigen und Ansagen werden nicht während der Show gemacht, sondern einmal vorbereitet – beim Einrichten der Show, in Ruhe, an genau der richtigen Stelle im Textbuch. In der Vorstellung passiert alles automatisch am selben Go, das ohnehin Musik, Mikrofone und Licht fährt.
- Keine Doppelbesetzung. Es braucht keine zweite Person mit Headset, die Einrufe und Umbauansagen live macht. Die eine Person am Buch reicht.
- Kein Stress am Mikro. Der Operator muss nicht mitten in einer heiklen Lichtstimmung auch noch eine Ansage sprechen – sie ist schon vorbereitet und kommt auf Knopfdruck.
- Immer gleich, immer verständlich. Keine verhaspelten Ansagen, kein „war das jetzt Anna oder Lena?“. Der Text ist geprüft, die Aussprache konstant.
- Back-sicher. Ein Cue zu früh ausgelöst? Der Back-Knopf stellt auch die Display-Inhalte exakt auf den vorherigen Stand zurück. Nur die gesprochene Ansage wird bei Back bewusst nicht wiederholt.
So richtest du es ein
In den Einstellungen legst du ein Ausgabegerät vom Typ Display an – mit Namen (etwa „Monitor Bühne“ oder „Garderobe“), einem Stil (dunkel, hell oder Untertitel-Stil), einem optionalen Auto-Scroll und der Sprache für die Ansagen. Aus dem Namen bildet MDstage die Adresse und zeigt sie direkt an. Danach wählst du beim Anlegen jedes Cues einfach aus, welches Display was zeigen und ansagen soll – zusammengeklickt, ohne eine Zeile YAML von Hand zu schreiben.
Ein Hinweis zum Netzwerk: Aus Sicherheitsgründen ist der Display-Server zunächst nur auf dem eigenen Rechner erreichbar. Damit Tablets und Monitore im Haus zugreifen können, stellst du die Netzwerk-Freigabe in den Einstellungen einmal auf „Gesamtes Netzwerk“ – dann ist die Adresse im ganzen WLAN sichtbar.